Kinderforscher an der TU Harburg – Wir gehören dazu!

KinderforscherWas macht ein Forscher? Woran forscht ein Forscher? Wer hilft ihm? Was ist eine Vorlesung? Wie sehen Arbeitsräume in der Uni aus? Was ist ein Audimax? Viele Fragen, auf die unsere Schüler jetzt eine Antwort bekommen haben.

Das Projekt „Kinderforscher an der TUHH“ existiert schon seit einigen Jahren. Im vergangenen Sommer haben wir von der Schule Bergstedt uns für eine Teilnahme an diesem Projekt beworben und wurden zusammen mit vier anderen Hamburger Grundschulen ausgewählt. Jeweils 8 naturwissenschaftlich interessierte  Mädchen und Jungen aus den Klassenstufen 3 und 4 nahmen an dem Kurs „Experimentieren und Forscher“ teil. Insgesamt waren es 13 Veranstaltungen, 6 Mal fuhren wir in die TUHH, 7 Mal arbeiteten wir nachmittags in der Schule im Nawi-Raum. Die Experimente in der Schule dienten immer der Vorbereitung der Besuche in den verschiedenen Instituten der TUHH. Durch eigenständiges Experimentieren in Kleingruppen lernten unsere Schülerinnen und Schüler, sich mit ingenieur- und  naturwissenschaftlichen Fragestellungen aus ihrem Alltag auseinanderzusetzen.

Die Einführungsveranstaltung für alle teilnehmenden Schüler war eine Kindervorlesung im Audimax. Die meisten von ihnen waren das erste Mal in einer Univorlesung und dementsprechend beeindruckt. Die Sorge: „Hoffentlich ist der Vorleser nicht so langweilig. Meine Mama hat mir erzählt, dass die manchmal sehr langweilig sind“, war unbegründet, der Inhalt war genau auf unsere jungen Forscher zugeschnitten.

Unser nächstes Thema hieß „Warum fliegen Flugzeuge?“ Nach Schulexperimenten mit verschiedenen Flügelformen besuchten wir das DLR School-Lab vom Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum. Höhepunkt dabei war für alle das Fliegen an einem echten Flugsimulator, Start in Fuhlsbüttel, dann Weiterflug über Hamburger Stadtgebiet. Die meisten Flugversuche endeten mit einer Bruchlandung in Fuhlsbüttel, aber daran kann man ja noch arbeiten.

Äußerst beeindruckend war auch unser Besuch im Institut für Feststoffverfahrenstechnik und Partikeltechnologie mit der Fragestellung: „Können Enten im Sand schwimmen?“. Ja, das können sie in einer Sand-Luft-Wirbelschicht. Dabei wird der Sand ganz locker und verhält sich wie eine Flüssigkeit. Eine praktische Anwendung dieser Wirbelschichttechnologie konnten die Schüler dann bei einer Riesenportion Popcorn, die mit Hilfe einer Heißluft- Wirbelschicht hergestellt wurde, genießen.

Vielfältige Versuche in der Schule mit verschiedenen Bechertelefonen dienten als Vorbereitung für den Besuch im Institut für Modellierung und Berechnung. Dort konnten unsere Schüler unter anderem in einem schalltoten Raum ausprobieren, ob sie es zu sechst schaffen, den Geräuschpegel von 10 Lastern zu übertönen- sie schaffen es! Und die größten „Schreihälse“ kennen wir jetzt auch.

In der darauffolgenden Woche gab es in der Schule Aufgaben zur Literaturrecherche, die von allen Schülerinnen und Schülern mit viel Freude und Einsatz durchgeführt wurden. In der TUHH gab es dann eine Führung durch die Unibibliothek mit anschaulichen praktischen Übungen. Am interessantesten waren aber der Besuch des riesigen Bücherkellers, das Auffinden eines bestimmten Buches und der anschließende Weg mit einer „Büchereisenbahn“ zum Ausleihtresen.

Eines der Highlights war die Abschlussfeier für alle Projektteilnehmer, Lehrer und Familien im großen Audimax. An vielen Experimentierständen zeigten die „Experimentieren und Flieger-Schulen“ Versuche, die „Experimentieren und Forscher-Schulen“ konnten zu Projektbildern Ergebnisse und Beobachtungen präsentieren.  Bei einem vollbesetzten Audimax  mit mehr als 700 Zuhörern trauten sich von der Grundschule Bergstedt sieben Schülerinnen und Schüler an diese Aufgabe heran –meine Hochachtung dafür.

Dieses Kinderforscherprojekt war eine besondere Chance, die man nicht so schnell wieder bekommt. Unsere Schülerinnen und Schüler machten viele neue und vor allem außergewöhnliche Erfahrungen, sie haben ihre Chance genutzt!  Auch wenn der zeitliche Aufwand für die Exkursionen sehr groß war – immerhin ein Mal quer durch Hamburg – waren sie immer wieder gespannt und voller Interesse bei der Sache. Die Organisatoren haben ihre Angebote so ausgewählt, dass unsere Schüler zum einen Einblicke in die spannende Welt einer Technischen Hochschule gewinnen konnten, zum anderen konnten sie selbstständig experimentieren und dabei erleben, wie Forscher an ihre Themen und Aufgaben herangehen. Vielleicht wurden ja durch dieses Projekt auch schon einige Weichen gestellt, um später einmal das Interesse an den Ingenieurwissenschaften zu vertiefen.

Verfasst von Sigrid Schild